Bereits im Beitrag e-Golf zu Hause laden habe ich die grundsätzlichen Überlegungen zum Laden innerhalb des eigenen Stromnetzes dargestellt. In der Praxis war es so, dass wir zu Hause immer ein mit dem e-Golf gekauftes Netzgerät von VW verwendet haben. Das gab es als Sonderausstattung EV8: Kabel für Wechselstrom-Ladestation incl. serienmäßigem Netzladekabel für Haushalts-Steckdose und kostete 175 € (incl. MwSt.).
Zum Laden habe ich allerdings 2018 eine CCE-Steckdose (32 A) und eine Schuko-Steckdose (in Kombination) in einem Schaltkasten am privaten Parkplatz anbringen lassen, um für alle Möglichkeiten zum Laden vorbereitet zu sein. Die Schuko-Steckdose hatte ich mit einer FRITZ!DECT 210 steuerbar gemacht. Auf diese Weise hatte ich über eine FRITZ!Box 7490 Zugriff auf das Schalten und die Energieanzeige der Steckdose per Computer oder Smartphone App. In die FRITZ!DECT 210 wurde das obengenannte Ladegerät eingesteckt, welches an der Seite für das Auto einen Typ2-Ladestecker besitzt. So konnte auf vielfache Weise das Laden gesteuert und überwacht werden.
In dieser Weise vorbereitet konnte der e-Golf (2017) geladen werden. Hier dann konkret an 1 Phase mit max. 10 A (oder weniger; einstellbar am Auto), welches eine Leistung von P = 230 V ⋅ 10 A = 2,3 kW bedeutet. Um das Auto mit 80 % von 35,8 kWh (e-Golf Batterie) zu laden, benötigt man daher wegen P = W / t die Zeit
t = W / P = 0,8 ⋅ 35,8 kWh / 2,3 kW = 12,45 h = 12 h 27 min .
Das funktioniert über Nacht und hat immer gereicht. Bei einem ID.3 sieht das etwas anders aus. Die Batterie hat einen Energiegehalt von 58 kWh und lädt mit 3 Phasen, wenn es möglich ist. Um die Ladezeiten in angemessener Größenordnung zu halten, haben wir uns entschlossen, einen go-eCharger HOME+ (mit 22 kW) anzuschaffen. Die Variante 22 kW wird normalerweise von den Stadtwerken nicht genehmigt und ist auch zum Laden des ID.3 nicht erforderlich (max. 11 kW). Es kostet jedoch nicht wesentlich mehr und man weiß nie . . . Damit kann das Laden wie folgt berechnet werden: P = 3⋅ 230 V ⋅ 16 A = 11,0 kW und
t = W / P = 0,8 ⋅ 58 kWh / 11,0 kW = 4,22 h = 4 h 13 min .
Das entspricht übrigens auch grob der Zeit, die an Typ2-Ladesäulen mit 11 kW geladen werden kann, ohne dass ein Standzeitzuschlag berechnet wird.
Der go-eCharger ist eine vollwertige Wallbox mit dem Unterschied, dass sie nicht fest an die Wand geschraubt ist und mitgenommen werden kann. Daher ist die HOME+-Version nicht förderungsfähig.
Die Steuerung erfolgt per App oder über das Internet/WLAN. Zum Einstellen steht ein Hotspot bereit, den der Charger in seiner näheren Umgebung bereitstellt. Die vom go-e zur Verfügung gestellten Informationen (z. B. geladene Energie) sind wesentlich weniger reichlich als bei der FRITZ!DECT 210. Ladezeiten gibt es nicht und wenn der Stecker gezogen wird, gibt es auch keine Energieanzeige mehr. Dafür aber die automatische Stromtarifauswahl (nur Österreich).