Den gestandenen Psychologen wird’s nicht wundern, aber als unbedarften Beobachter kann es einen schon umhauen, wenn man rund zweihundert lautstark blökende Mitbürger beobachtet (mit Verlaub, anders kann man das nicht bezeichnen…), die sich an ihr Straßenschild klammern, als gälte es die Religionsfreiheit zu verteidigen. Die Bezirksvertretung von Solingen-Wald hat auf ihrer Sitzung am 25. Januar mit den Stimmen von SPD, Grünen und Linken beschlossen, den Hindenburgplatz in Pina-Bausch-Platz umzubenennen und wird damit wahrscheinlich die erste öffentliche Fläche mit dem Namen der in Solingen geborenen Choreografin ausweisen können. Selbst die Wuppertaler hatten es nicht so eilig, ihre Hindenburgstraße im Zooviertel loszuwerden… idyllischer wär’s allemal gewesen als unser asphaltierter Riesen-Parkplatz, aber gut – bleibt zu hoffen, dass die Walder Theatertage dem Areal im Mai ein bißchen “Pina Bausch” einhauchen können und wir nicht zeitgleich zum Bürgerbegehren geladen werden, nur weil sich 200 für alle halten. 3851 werden es hoffentlich nicht sein…
Eintrag aus dem Forum des Solinger Tageblatts zur Umbenennung des Hindenburgplatzes in Pina-Bausch-Platz:
Walther Waldorf, 31.01.2010, 22:33:58
Jetzt haben wir den Salat. Gestern in der Kneipe eine Wette verloren. Ich muss am 11.2. um 15:30 Uhr auf dem Walder MARKTPLATZ die Namen von Hindenburg und Bausch tanzen…
Glück auf, Herr Waldorf! Vergessen Sie Helm und rosa Wattebäusche nicht…


Wer hätte das geahnt? Jetzt hat es tatsächlich rosa Wattebäusche geregnet! Kein Bürgerbegehren, kein Pina-Bausch-Platz, kein Hindenburgplatz und alle haben sich lieb. Stattdessen ein Walder Marktplatz und tausend Vorschläge, was man sonst alles nach PB benennen möchte. Solingen wie es leibt und lebt… süß.
Das war knapp:
Solinger Tageblatt: Hindenburg-Initiative verzichtet auf Begehren